Büro mit Farbe gestalten – Farbgestaltung bei der Büroeinrichtung

Wer sein Büro einrichtet hat immer im Fokus, dass man hier optimal arbeiten kann. Dabei spielt die Gestaltung mit Farbe eine wichtige Rolle. Die Farben eines Raumes wirken sich direkt auf die eigene Verfassung aus.

Manche Farben machen müde und schläfrig, andere wiederum aktivieren uns, regen uns an und steigern somit eventuell sogar die Produktivität.

Alle diese Farben und ihre Wirkung haben ihre Berechtigung. Manchmal möchten wir schließlich nur entspannen und zur Ruhe kommen, wie etwa im Schlafzimmer. Im Arbeitszimmer, Büro oder Besprechungsraum möchten wir uns auf die Inhalte unserer Projekte oder Besprechung konzentrieren.

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Hier sieht man sehr schön, wie die Farbe des Bodens im Einklang mit den Möbeln wirkt.

Mit der Wirkung von Farben haben sich schon viele verschiedene Menschen beschäftigt und Farbtheorien aufgestellt. Und bis heute ist das Thema „Farben im Büro“ aktuell.

So schreibt Markus Schlegel, Professor für Architektur und Farbgestaltung sowie Projektentwicklung Farbe in der aktuellen Ausgabe „Print it“*, dem Kundenmagazin der Firma Laserline, zum Thema Farbe:

„Durch strategisch eingestellte Farbprofile können so unterschiedliche emotionale oder atmosphärische Wirkungen wie Wertigkeit, Zeitbezug, Stil- und Milieubezüge und Stimmungen im Raum wie Kommunikations- oder Regenerationsatmosphäre erzeugt werden.“

Farben werden in ihrer Wirkung oftmals überraschend ähnlich empfunden und hin- und wieder auch sehr unterschiedlich. Dabei spielt nicht nur die Farbe eine Rolle, sondern auch die Herkunft des Betrachters.

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Von Grau zu Blau regt dieser Boxenstapel Gedanken an den letzten Meeresurlaub an – und sorgt für Ordnung auf dem Schreibtisch.

Welchen kulturellen Hintergrund haben die Menschen, die in einem farbig gestalteten Büro arbeiten werden? Welche Erfahrungswelten teilen Sie – also zum Beispiel ihr Alter ist entscheidend.

Welche Trends haben wir in den vergangenen Jahren in der Mode um uns herum gesehen? So können Farben von uns wesentlich positiver erlebt und beurteilt werden, wenn wir diese aus der Mode kennen und sich unser Auge daran gewöhnt hat, wie das etwa mit der Farbe Grün der Fall ist.

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Dank Licht und Schatten wirkt der Grünton dieses Beistelltisches unterschiedlich intensiv. Mit der glatten Oberfläche und den abgerundeten Formen bekommt das sanfte Grün eine elegante Note.

Unsere kulturelle Prägung zeigt, dass wir etwa Rot als Farbe der Gefahr wahrnehmen, da sie uns an Feuer oder an Blut und somit an Verletzungen denken lässt. Im Straßenverkehr wird sie ebenso wie in der Natur mit Gefahrenzeichen genutzt.

Blau hingegen wirkt kühl, lässt uns an das Meer oder den klaren Himmel denken. Im Straßenverkehr wird blau als richtungsweisende Farbe benutzt, etwa auf Tafeln, die informieren.

Diese grundlegenden Informationen spielen nur eine kleine Rolle in einem ganzen Erfahrungsspektrum, das jeder einzelne von uns in sich trägt.

So erklärt Markus Schlegel weiter: „Die jeweiligen Farbspektren, die bei der Bürogestaltung eine wesentliche Rolle spielen, nämlich Rot-Orange-Nuancen, kühle und lichte Blaunuancen oder frische Gelb-Grün-Nuancen, alle in Kombination mit Holz- oder Neutralfarben wie Grau- und Weißspektren, wurden jahrelang ermittelt, stützen sich auf unsere Sehgewohnheiten und wurden über 1:1-Raummodelle getestet und befragt.“

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Die roten Stühle sind ein schöner Farbtupfer, lenken aber nicht zu sehr ab, da sie während man am Tisch sitzt, nicht im direkten Blickfeld sind.

Büromöbelhersteller testen somit im Vorfeld über lange Zeit die Wirkung von Farben, die sie bei der Planung neuer Kollektionen benutzen möchten.

Testen, testen, testen

Ich empfehle dabei auch selbst im Vorfeld zu recherchieren und sich selbst zu befragen, welche Farbe für Schreibtische, Lampen oder Tische benutzt werden sollen.

Ich fange solche Beobachtungen an, indem ich mich frage: an welchen Orten konnte ich bisher gut arbeiten und warum? Wo fühle ich mich wohl, kann meine Gedanken frei laufen lassen, ohne mich zu sehr zu entspannen?

Wenn ich einen Raum betrete und merke: Hier ist eine gute Arbeitsatmosphäre, dann versuche ich bestimmte Faktoren auszumachen, die dazu beitragen.

Ich notiere mir diese und nutze die Erfahrungen bei meiner nächsten Umräum- oder Renovierungsaktion. Die Profis testen Farben aus diesem Grund auch immer in 1:1-Modellen. Nur so kann man die Wirkung der Farbe in einem Raum tatsächlich erfahren.

Licht und Farbe beeinflussen sich gegenseitig

Folgendes fällt mir beim Betreten eines Raums schnell auf: Das Licht. Licht ist sehr entscheidend in einem Arbeitsraum und wird maßgeblich von den Farben und Oberflächen beeinflusst, die in dem Raum vorherrschen.

Tipps für kleine Büros: Dunkelgrau gestrichene Wände und dunkler Teppich schlucken zum Beispiel Licht und lassen den Raum enger und kleiner wirken. Glatte Böden und weiß gestrichene Wände lassen den Raum heller und weiter wirken.

Um meine Gedanken schweifen lassen zu können brauche ich: Hohe Decken und/oder helle Räume, wenig optische Ablenkungen (keine Muster), Holz und etwas Farbe.

Farben und Oberflächen

Böden, Tische und Wände sind meist die größten Oberflächen in einem Büro oder Besprechungsraum. Sind die Böden oder Tische aus Holz wird dem Raum eine eigene Farbe gegeben, ohne dass man eine tatsächliche Farbe ausgesucht hat.

Bei der Wahl des Holzes sollte man dennoch beachten, dass a) die Farbe des Holzes eine eigene Wirkung erzielt und sich b) durch Sonneneinstrahlung der Farbton des Holzes verändern kann.

Auch große Glastische geben – obwohl sie durchsichtig sind – eine gewisse Farbwirkung an den Raum ab, indem sie etwa das einfallende Tageslicht reflektieren oder den farbigen Teppich durchscheinen lassen.

Farbintensität

Bei allen Farben, die man für das Büro aussucht, sollt berücksichtigt werden, wie großflächig sie eingesetzt wird. Bei großen Flächen wie Wänden oder Teppich macht es Sinn, eine nicht ganz so intensive Farbe zu wählen, sondern eine abgetönt Version.

Das bedeutet, dass die Farbe mit weiß und/oder schwarz versetzt sanfter wirkt. Das bezieht sich nicht unbedingt nur auf Wandfarben (die man ja einfach mischen kann), sondern auf Möbel, Teppiche – einfach alles, womit man sein Büro ausstattet.

Elemente, die man schneller austauschen kann wie einen Stuhl oder Blumentöpfe kann man ruhig in einem knalligen Farbton wählen, der sich vielleicht häufiger in den Accessoires im Raum wiederholt. Orangene Lampen finden sich etwa in einer orangefarbenen Schale wieder, die auf dem Tisch steht.

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Zarte Formen dürfen gerne mit kräftigen Farben betont werden – dadurch entsteht ein schöner Kontrast, der dem Raum neben viel Weiß und hellem Holz den gewissen Clou verleiht.

Farben im Großraumbüro

Im Großraumbüro – und dazu zähle ich auch schon einen Agenturraum in dem vier oder fünf Mitarbeiter arbeiten ist es unabdingbar, seinen eigenen (festen!) Schreibtisch zu haben. Hier kann man sich den Arbeitsplatz zu Eigen machen, in dem man ihn selbst farbig gestaltet.

Damit meine ich gar nicht den Fußboden oder den Tisch an sich, sondern Kleinigkeiten, die den eigenen Geschmack und damit die eigene Persönlichkeit wiederspiegeln. Stiftebecher, Schreibunterlage und Blumentopf sind kleine Accessoires, die sicher niemanden stören.

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Erst in Kombination von Trolley und Hocker wird dieses Zweiergespann so harmonisch und gleichzeitig intensiv. Passend zu der großzügigen Begrünung am Fenster sorgt es als Hingucker für Stimmung.

Ich selbst habe auch immer eine Decke über der Rückenlehne meines Schreibtischstuhls hängen. Erstens friere ich im Winter leicht und zweitens neige ich dazu, mich im Sommer etwas zu frisch anzuziehen (Jacke – brauch‘ ich heute bestimmt nicht!).

Es müssen nicht alle persönlichen Dinge die gleiche Farbe haben, aber wenn sie bewusst aufeinander abgestimmt sind, dann wirken sie meist noch viel schöner.

3 Schritte für die richtige Farbkombination für das Büro

1) Auflistung

Welche Farben gibt es bereits im Büro, die ich nicht ändern kann oder möchte, zum Beispiel weil ich den Raum nicht streichen darf oder möchte. Liste die Farben auf, kleb Farbkärtchen (aus dem Baumarkt oder aus Tonkarton ausgeschnitten) auf, die dem Farbton am nächsten kommen.

2) Farbsammlung

Wahrscheinlich hast Du so schon mindestens zwei Farben zusammen. Ich empfehle immer, dazu zwei unbunte Farben zu nehmen wie Weiß und einen hellen Grauton oder Weiß und wenig Schwarz, dazu zwei sanfte, abgetönte Farben (helles Blau, beige, helles Grün) und eine Kontrastfarbe, die entweder sehr knallig ist oder im Kontrast zu einem der sanften Töne steht. Etwa Orange zu Hellblau oder Rosa zu Lindgrün.

3) Auswahl

Was für Farben gibt es schon im Büro? Sind sie knallig oder eher neutral? Wenn Du dies bestimmt hast, kannst Du noch fehlende Farbfelder ergänzen. Falls Du immer noch ratlos bist, kannst Du Dich bei Design Seeds zur richtigen Farbwahl inspirieren lassen.

Tipp: Schau Dir die Farbkombis an, die Töne enthalten, die bei Deinem Büro gesetzt sind (wie der graue Linoleumboden oder die hellblauen Fensterrahmen etwa), so kommst Du auf gute Ideen, was zu vorherrschenden Farben gut passt.

Wenn Du dann eine Auswahl an Farben zusammengestellt hast, geh auf die Suche nach der passenden Büroausstattung – Wandfarbe, Bodenbelag und Möbel sowie Büroaccessoires machen Deinen Plan komplett!

* Das Magazin „Print it“ kann unter www.laser-line.de kostenlos als Pdf heruntergeladen werden.

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