Enzo Mari – italienisches Design für eine bessere Zukunft in Deutschland #cucula

Dem Besucher einen Stuhl anzubieten ist ein Zeichen von Höflichkeit. Der italienische Designer und Ikone der 70er Jahre Enzo Mari geht noch einen Schritt weiter.

Er stellt seinen Designentwurf für den Stuhl „Sedia 1“ dem Projekt „Cucula – Refugee Company for Craft und Design“ kostenfrei zur Verfügung. Gutes Design kann immer etwas mehr erreichen.

Mit dem Bau eines Stuhls nach seinem Design, nach seinem Bauplan bekamen bis jetzt fünf Flüchtlinge, die nach Deutschland kamen in Berlin eine Chance auf ein unabhängiges Leben.

Cucula ist ein deutscher Verein, der afrikanischen Flüchtlingen die Möglichkeit gibt, Designermöbel von Enzo Mari zu bauen und so ihre Zukunft zu sichern.

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Die Idee hinter dem Stuhl

Enzo Mari war bei der Erstveröffentlichung seines Stuhldesigns des „Sedia 1“ im Jahr 1974 Vorreiter der heutigen Open-Design-Bewegung, bei der Informationen über das Design eines physischen Produkts öffentlich geteilt werden.

Er stellte bei der Ausstellungseröffnung in der Galleria Milano keine Möbelstücke vor, sondern veröffentlichte die Bauanleitung für eine mehrteilige Designkollektion, die einfach aus Holzbrettern selbst gebaut werden kann.

Die Designwelt reagierte in den 70igern mit Unverständnis und die Handlung Enzo Maris wurde zum Eklat. Dabei war seine Idee dahinter, Design demokratischer werden zu lassen und ein Zeichen gegen den Konsum zu setzen zwar modern aber auch gutwillig.

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Enzo Mari: Sei Teil des Projekts

Seine Entwürfe sollten seiner Idealvorstellung nach von einzelnen Menschen geschaffen werden, die durch das Bauen eines Stuhls etwa zu mehr Selbstvertrauen und einem persönlichen Erfolgserlebnis gelangen sollten.

Heute wird der einstige Plan des italienischen Revoluzzer-Designers in einer kleinen Werkstatt in Berlin umgesetzt.

Dank einer Crowdfunding-Kampagne konnte im November 2014 ausreichend Geld gesammelt werden, um das Projekt „Cucula – Refugee Company for Craft und Design“ zu fördern.

Dadurch konnte fünf afrikanischen Flüchtlingen aus Lampedusa ein Ausbildungsplatz in dieser Werkstatt für ein Jahr vorfinanziert werden, in der sie nun den „Sedia 1“ bauen.

Holz mit Geschichte

In einer außergewöhnlichen limitierten Ausgabe dieses Stuhls wird ein Teil ihrer eigenen Geschichte eingebaut: Holzbretter von den Schiffen, die sie nach Europa brachten.

Die farbigen Teile, die abgeplatzt und mitgenommen aussehen sind Elemente ihrer eigenen Historie und führten sie ein Stück ihrer Reise hierher nach Berlin in eine Werkstatt, in der sie nun italienisches Design umsetzen und ihre eigene Spur hinterlassen.

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Design mit Botschaft

Der „Sedia 1“ ist als klassischer Entwurf zu haben oder eben als limitierter „Botschafterstuhl“. Doch auch eine Kinderbank und verschiedene andere Nebenentwürfe werden hier gebaut.

Über den Möbelverkauf und Spenden sollen die Ausbildungsplätze auch in Zukunft weitergeführt werden und Flüchtlingen eine Perspektive für den Arbeitsmarkt geben und eine aktive Aufgabe während der Duldungsphase, in der sie vom regulären Arbeitsmarkt ausgeschlossen sind.

April 2014, Oranienplatz

Cucula – der Name des Projekts ist westafrikanisch und bedeutet soviel wie gemeinsam etwas zu schaffen.

Mehr Informationen über das Design-Projekt Cucula

www.cucula.org

www.facebook.com/Cucula.Refugees.Company

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