Lola, eine Spanierin in Braunschweig

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Ich habe mich mit einer jungen Spanierin getroffen, die noch nicht lange in Braunschweig lebt und habe sie über ihre Ziele und ihre Wünsche für die Zukunft befragt. Besonders interessiert hat mich der kulturelle Vergleich und die Frage, welche Erfahrungen sie in den vergangenen Monaten gemacht hat. – Mit der deutschen Küche, dem kalten Winter und den Braunschweigern an sich.

Hey Lola, bitte stell dich doch kurz vor.

„Hallo, mein Name ist Lola. Ich bin 24 und wohne seit 5 Monaten in Braunschweig. Bevor ich im Oktober 2012 nach Braunschweig kam, habe ich auf Menorca und in Barcelona gelebt und in Granada und Belgien studiert. Während meines Erasmus-Jahrs in Gent/Belgien habe ich bereits Erfahrungen im Ausland gesammelt.“

Lola, 24, Spanierin, lebt seit 5 Monaten in Braunschweig.
Lola, 24, Spanierin, lebt seit 5 Monaten in Braunschweig.

Und wie bist Du dann nach Braunschweig gekommen?

„Mein Cousin arbeitet hier bei VW und da ich Jahrgangsbeste an meiner Uni in Granada war, schlug er vor, ich solle mich hier um einen Job bewerben. Vorraussetzung: Ich muss Deutsch können. Und ganz ehrlich: Spanien sitzt in der Scheiße. Die Regierung ist eine Katastrophe und es gibt kaum Jobs. Also zog ich hierher und gehe seit fast einem halben Jahr in die Sprachschule. Nebenbei studiere ich Marketing an der Fernuniversität von Santiago, um mich optimal auf meine neue Stelle vorzubereiten.“

„Spanien sitzt in der Scheiße.“

Welche Erwartungen hattest Du, als Du nach Deutschland gekommen bist?

„Ich hatte einige Klischees im Kopf. Mir wurde gesagt, dass in Deutschland die Kälte das Schlimmste ist. Und ich dachte auch bevor ich her kam, ich würde mich hier halb tot frieren. Aber dem ist gar nicht so! Ich hab mir einen schönen Wintermantel gekauft und fahre auch oft mit dem Fahrrad rum, dann ist mir immer gleich schön warm. Außerdem dachte ich, die Deutschen sind sehr ernst, lachen fast nie und arbeiten ständig. Aber alle, die ich treffe sind so nett und höflich. Das kenne ich aus Spanien nicht so. Jeder erklärt einem sofort den Weg oder wenn ich im Supermarkt eine Vokabel auf einer Verpackung nicht kenne, helfen mir Fremde sofort weiter.“

Und was hat Dich überrascht?

„Die deutsche Höflichkeit war eine tolle Überraschung! Ich fühle mich sehr willkommen und gehe in Braunschweig zum Sport, um noch mehr Deutsche kennenzulernen. Ich spiele aktiv Fußball und Badminton. Das macht mir sehr viel Spaß! Hier ist es allerdings sehr schnell dunkel. Daran musste ich mich erst gewöhnen.“

„Die deutsche Höflichkeit war eine tolle Überraschung!“

Wo bist Du gerne in Braunschweig?

„Ich finde das Riptide gut. Sonst ist Braunschweig in meinen Augen etwas langweilig. Darum fahre ich auch mindestens einmal pro Monat nach Berlin zum Feiern. Es gibt dort gute Elektromusik und besonders im Club der Visionäre oder im Kater Holzig lässt es sich super feiern. Das ist auch ein Vorteil an Braunschweig: Man ist schnell in Berlin, Hamburg oder auch Bremen.“

Wie gefällt Dir das deutsche Essen?

„Gutes Essen ist mir sehr wichtig! Pfannkuchen und Apfelstrudel finde ich toll! Nicht so gut finde ich, dass es im Supermarkt keine eigene Fischabteilung gibt und ich vermisse spanisches Fleisch. Komisch ist für mich auch, dass die Deutschen überall Salatgurken drauf tun. Sogar auf belegte Brötchen! Deutschland ist nicht das Kartoffel-Land, sondern das Gurken-Land!
Und nach einem deutschen Bohnenkaffee könnte ich auch direkt weiterschlafen. Nächsten Sommer werde ich meine Espressomaschine aus Spanien mitbringen. Du weißt schon, so ein George-Clooney-Teil. Denn wenn ich lernen und arbeiten will, brauch ich einen guten Kaffee!“

„Deutschland ist nicht das Kartoffel-Land, sondern das Gurken-Land!“

Wie sehen deine nächsten Pläne aus?

„Ich werde im Mai meine Arbeit bei der Autovision beginnen. Und da ich meine Oma in Spanien sehr vermisse, werde ich eine Anzeige schalten – für eine Leihoma. Es gibt doch sicherlich viele ältere Damen in Braunschweig, die sich über etwas Unterhaltung freuen würden, oder? Jemand, der mit ihnen spazieren geht oder die Einkäufe erledigt. Viele haben Kinder und Enkel, die weit weg wohnen und freuen sich vielleicht über meinen Besuch. Ich möchte auch gar nichts dafür haben, sondern auf diesem Weg mein Deutsch weiter verbessern und üben.“

Lola, das klingt nach einem tollen Plan! Danke, dass du dir die Zeit für unser Gespräch genommen hast!