Tomaten auf dem Balkon pflanzen / Aussäen und 3 Tipps für eine reiche Ernte

Es gibt doch jedem ein gutes Gefühl, sagen zu können: Das hab ich selbst gemacht. Meine Ernte aus dem eigenen Garten. Toll! Blöd nur, wenn (noch) kein Garten vorhanden ist. Aber, hey noch aus dem kleinsten Balkon kann ein wunderbarer Minigarten werden.

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Nachdem das Züchten der Minze bereits so wunderbar geklappt hat und auch die Erdbeerpflänzchen schon eine gute Größe und viele Blüten erreicht haben, wage ich mich an das Experiment „Tomaten selber züchten“. Yes!

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Was brauchst Du dazu? Es gibt zwei verschiedene Wege: Entweder man kann die Tomaten selber säen und vorziehen.

Das bedeutet, dass man sie aus Saatgut aussät und die Setzlinge umpflanzt und die Tomatenpflanze dann nochmal in einen großen Topf oder Eimer.

Oder man kauft vorgezogene Tomatenpflanzen im Fachhandel, der Gartenabteilung des Baumarktes oder in einer Gärtnerei.

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Hier gibt es eine kurze Anleitung zum Säen / Aussäen von Tomaten

Aussäen

Tomaten sollten im Haus an einem hellen Standort in einer flachen etwa 5 Zentimeter tiefe Schale aus Kunsstoff oder Styropor ausgesät werden. Einfach in die Erde ein kleines Loch ca. einen halben Zentimeter tief machen, einen Samen reinstecken und das Loch mit Erde bedecken.

Vorziehen

Die Schale sollte warm stehen, viel Licht bekommen und keine Zugluft abbekommen. Immer feucht halten – am besten die Erde besprühen. So kann man das Wasser besser dosieren und schwemmt die Saat nicht hoch.

Pikieren

Ist die Saat aufgegegangen und die Pflänzchen bilden bereits das dritte Blättchen, können sie vereinzelt (pikiert) werden, um besser wachsen zu können. Gieß die Pflanzen zwei Stunden vor dem Umpflanzen, dann überleben sie die Aktion besser, weil sie sich vor dem Stress „satt getrunken“ haben.

Bereite den neuen Tontopf vor: Er sollte ca. 8 cm breit sein und das untere Loch mit einem flachen Stein abgedeckt sein oder mit einer Scherbe eines kaputten Topfes.

Schüpp drei bis 4 Zentimeter (Anzucht-)Erde hinein und leg etwas Naturdünger darauf: Brennesselblätter oder Kuhmist – wenn vorhanden. Füll noch etwas Erde auf und mach eine Kuhle mit dem Stiel der Schaufel – hier hinein kommt die Tomatenpflanze.

Nimm eine Gabel und heb die Pflanze vorsichtig heraus. Ab in den neuen Topf und mit Erde auffüllen. Geize nicht mit Erde und gieße die Pflanze direkt an. Es ist wichtig, dass sie immer gut feucht ist.

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Tomatenpflanzen brauchen Platz!

Ganz gleich, ob Du die Tomatenstaude gekauft oder selbst herangezogen hast: Wenn die Pflanze ca 20 – 30 cm groß ist, wird es Zeit, sie in einen großen Pflanzkübel umzutopfen.

Nimm hierfür einen Zementeimer oder Plastikeimer. Ich habe diese Metalleimerchen gewählt, da ich keine so große Stellfläche habe und sie das für mich optimale Format haben. Tief und nicht zu breit.

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Jede Pflanze braucht ihren eigenen Topf, es sei denn der Pflanzeimer ist riesig. Ich bin gespannt, ob die Tomaten sich in den Eimern wohlfühlen werden. Es ist jetzt Ende April und auf dem Balkon rechne ich nicht mehr mit Bodenfrost.

Im Ernst: Frost vertragen unsere Tomaten gar nicht gut, also stell sicher, dass die Pflanzen erst nach draußen kommen, wenn es keinen Frost mehr gibt. Hol sie für die Nacht wieder rein, wenn Du Dir unsicher bist.

Drei Tipps: Tomaten auf dem Balkon pflanzen

1) Düngen und immer wieder Erde auffüllen

Es kann sein, dass die Erde scheinbar weniger wird im Pflanzeimer. Deine Pflanze hat „Hunger“! Fülle immer wieder neue Erde nach. Sobald sich die ersten Blüten zeigen, gib Dünger auf die Erde im Topf.

Du kannst biologisch mit einem Sud aus Brennessel düngen oder lässt gekaufte Düngerpellets mit Wasser aufquellen und mischst sie dann unter die Erde.

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2) Tomatenpflanzen richtig gießen

Die Tomate ist durstig, mag aber kein Wasser. Klingt komisch, oder? Gemeint ist, dass Du bitte nur die Erde gießen sollst, aber nie die Pflanze selbst nass machst.

Achte auch darauf, dass an dem Ort, an dem sie wächst kein Regen auf die Pflanze fällt. Besonders wenn die Pflanze noch klein ist, kann sie faulen.

3) Ausgeizen

Klingt komischer, als es ist. Das Ziel ist einfach, dass Deine Pflanze ihre Energie in das Wachstum von Tomaten stecken soll und nicht in das Wachstum langer Äste.

Schneide daher alle Triebe, die an der Seite abstehen und länger als 10 Zentimeter werden auf diese Länge ab. Wenn die Ästchen noch klein sind, heilen auch die Wunden an den Schnittstellen besser aus.

Dieser Vorgang heißt ausgeizen. Du solltest besser Handschuhe tragen, da der Pflanzensaft Deine Haut reizen könnte. Und: Beschneide die Tomatenpflanze am besten Morgens.

Dann ist der Druck in den Zellen am niedrigsten und an den Schnittstellen entweicht nicht so viel Saft, was besser für die Pflanze ist. Im Laufe des Tages schließt sich durch die trockenere Luft und die Sonne die Wunde besser.

Jetzt heißt es weiter gießen und düngen und die wachsende Staude immer gut am Pflanzstab fest binden. Hierfür eignet sich ein Bambusstab, den Du für unter 2 Euro im Baumarkt bekommst, bestens.

Du willst Deinen Balkon weiter herrichten? Dann schau in meine Essential-Liste. Viel Spaß!

Fotocredit 4, 7, 8: Inter IKEA Systems B.V. 2015